Was tun, wenn BPM auf Angst und Abwehr stösst?

Mich interessiert, was andere für Erfahrungen mit Widerstand gemacht haben.

Wir haben bei der Einführung des Prozessmanagements vor allem zu Beginn viel Widerstand erlebt, haben dann aber schnell gemerkt, dass er in vielen Fällen mit Unwissenheit über Prozessmanagement zu tun hatte – sprich mit schlechter Kommunikation unsererseits. Daraufhin haben wir angefangen kontinuierlich über das Prozessmanagement, die nächsten Projektschritte und deren Inhalte zu informieren, sei das nun via Newsletter, die Geschäftsleitung oder mittels Schulungen und Feedback-Runden, wodurch sich die Haltung gegenüber dem Prozessmanagement merklich verbessert hat.

Für uns war letztlich die entscheidende Erkenntnis in diesem ganzen Prozess, dass Widerstand sich nicht einfach ignorieren oder plattwalzen lässt. In irgendeiner Form muss damit umgegangen werden, sonst ist die Akzeptanz des Projektes gefährdet. Und nicht nur das: indem wir den Widerstand ernst genommen haben, liessen sich auch wichtige Informationen und hilfreiche Inputs für das Projekt gewinnen, die uns sonst nicht zugänglich gewesen wären.

Wie seht ihr das? Gab es bei euch auch Widerstand bei der Einführung des Prozessmanagements? Und wie seid ihr damit umgegangen? Und wenn es keinen gab, worauf führt ihr das Ausbleiben von Widerstand zurück?


Antworten(2)
Partizipation der Betroffenen ist wichtig und nötig

Gespeichert von Marc Schaffroth am Di, 04/04/2017 - 17:10

Die Abwehrhaltung bei den Mitarbeitenden ergibt sich oftmals aus dem dumpfen Gefühl drohender „Fremdsteuerung“ sowie der Abwertung der eigenen Fachkompetenz in den neu modellierten und implementieren Geschäftsprozessen.  

Wie Gael es richtig beschreibt, sind Kommunikation und Partizipation der Betroffenen entscheidend für eine stetige Verbesserung von Geschäftsprozessen. Hilfreich sind dabei u.a. auch BPM-Tools, die eine kollaborative Prozessgestaltung und -verbesserung ermöglichen. Die Mitarbeitenden können dabei z.B. direkt am Prozessmodell – d.h. transparent für alle Beteiligten – ihre Änderungsvorschläge eingeben.  

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Widerstand gibt es praktisch immer...

Gespeichert von Matthias Dyer am Mi, 05/04/2017 - 08:36

In 10 Jahren BPM Beratung wurde ich in all meinen Projekten mit Widerstand konfrontiert. Das liegt wohl in der Natur von Veränderungen. Ich sehe das aber nicht negativ: Widerstand heisst auch Interesse oder dass es die Betroffenen kümmert (besser als Ignoranz).

Gute Erfahrung hatte ich bei einer BPM Einführung, wo nicht einfach nur eine neue Management-Disziplin eingeführt wurde, sondern sehr schnell für Betroffene einen Mehrwert geschaffen wurde. Wir hatten 3 Prozesse ausgewählt und für diese im Rahmen der BPM Einführung einen Review gemacht. Da haben wir zum ersten Mal die Prozessbeteiligten an einen Tisch geholt und konnten an einer kurzen Sitzung schon sehr viel Transparenz schaffen und Optimieren.

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